Betriebsausflug 2008
Teilnehmer: Verein Leben & Lernen in Europa, Perdita Wingerter (Geschäftsführerin), Kajetan Schwarzmeier (IT-Spezialist), Anita Bindhammer und Marcel Buschek (Mitarbeiter)
Datum:23.Juli 2008
Ziel: Nationalpark Bayrischer Wald (Falkenstein-Rachelgebiet)
Petrus meint es gut mit uns: Nachdem es einige Tage recht unbeständig, verregnet und kühl gewesen ist, zeigt sich das Wetter heute, am 23.Juli, heiter bis wolkig, und wohl temperiert - ein geradezu ideales Ausflugswetter!
Kurz nach 9 Uhr geht es los. Am Steuer Perdita Wingerter. Die Fahrt zum Nationalpark unweit Zwiesel gestaltet sich zwar ziemlich umwegig (mehrere Baustellen-Umleitungen), dafür aber um so lebhafter. Denn es gibt es Menge zu erzählen, etwa lustige „Horrorgeschichten" aus dem Alltag. Kajetan und Anita berichten von heiklen Erfahrungen beim Motorrad-Fahren. Perdita schildert brenzlige Unfall-Situationen und Marcel steuert Anektoden aus seinem bewegten Kurierfahrer-(Er)Leben bei. Auf diese unterhaltsame Weise vergeht nicht nur die Zeit wie im Fluge, sondern es erwächst ein erbauliches Zusammengehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl!
Gegen 11 Uhr sind wir vor Ort: dem großen Wild-Freigehege am Nationalpark Bayrischer Wald unweit des Großen Arber. Zunächst besichtigen wir eine (nachgebaute) Steinzeit-Höhle, staunen über die Felszeichnungen mit Tiermotiven, die nach Originalen gefertig wurden und die ein prima Fotomotiv abgeben.
Schließlich wandern wir auf Wildpark-Pfaden, vorbei an Auerochs und Wildpferd, die recht friedlich auf den gedehnten Wiesenflächen grasen und sich tummeln. Bei der Gelegenheit erfahren wir, dass es erfolgreiche Rückkreuzungen von Wildpferd und Urrind gibt, die den Urformen (auch von der Genetik her) ähneln. Überhaupt eröffnen sich bei der Wanderung grandiose Panorama-Blicke auf die Hochwälder des Arbergebietes, die imponierende Fotomotive abgeben. Unsere kleine Wandergruppe wird teilweise begleitet von einer Besuchertruppe unter der Leitung von Nationalparkführerin Anita Bernecker, die uns auf manche naturkundliche Besonderheit dieser Gegend aufmerksam macht.
Gegen Mittag erreichen wir das Infozentrum am „Haus der Wildnis", in das auch ein Restaurant mit Gastgarten integriert ist. Perdita Wingerter ist so frei, uns Kaffee zu spendieren. Als sich Frau Bernecker unserer Tischrunde anschließt, wird natürlich über die Naturwunder dieser urwüchsigen Gegend debattiert, allen voran Mitarbeiter Marcel Buschek, der ein großer Vogelfreund ist, und der mit der Nationalparkführerin über Sperlingskauz, Dreizehenspecht und Auerhahn fachsimpelt - alles Vogelarten des bayrischen Waldes, die sehr selten geworden sind. Gegen 13 Uhr wartet dann im Medienhaus ein optisches Erlebnis auf uns: das 3D-Kino. Angetan mit extra „3D-Brillen" verfolgen wir auf der Kinolandwand die super plastisch wirkenden Naturszenen im jahreszeitlichen Kreislauf, welche die Arber-Rachel-Lusen-Region in teils verschwenderischer Pracht zu bieten hat. Nicht minder impressiv stellt sich die Multimedia-Ausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt des Bayerwaldes dar, die neben hervorragenden Bildmotiven auch mit einer erstklassigen Präsentation aufwarten kann. Natürlich fehlt bei dieser Ausstellung auch das berühmte Wolpertinger nicht - ein Fabelwesen, das, so munkelt man, manchem einsamen Bayerwald-Wanderer in einem unverhofften Moment begegnet sein soll ...
Nach diesen multimedialen Eindrücken zieht es uns wieder ins Freie. Nächstes Ziel: das Wolfs- und Luchs-Gehege. Wir staunen nicht schlecht, als wir sehen, wie behäbig die sonst so wilden Wölfe zufrieden und satt dreiblickend im Schatten des Nadelgehölzes kauern und ihren Verdauungsschlaf halten. Kein Wunder: es war gerade Fütterung. Und so müssen sich die Fotografen (unter ihnen Perdita Wingerter und Marcel Buschek) mit eher müde dahin trottenden Einzeltieren begnügen. Ein ähnliches Bild bietet sich am Luchsgehege. Auch hier war gerade das große Fressen angesagt, so dass die von Natur aus scheuen Katzen sich im Gehölz verborgen halten. Doch sehr zur allgemeinen Freude patroulliert ein Tier ganz aufgeregt und skeptisch dreinblickend am Wildzaun entlang, kommt sogar in unsere Nähe und zeigt sich schließlich sogar ganz fotogen.
Inzwischen ist es 14.30 Uhr und wir beschließen, unsere Jausen am Arbersee einzunehmen. Geplant, getan! Und so steuern wir ein idyllisches Picknick-Plätzchen am Seeufer an. Ob Tsaziki, Salami, Salat oder Käse - für Brotzeit-Gaumenfreuden ist reichlich gesorgt, schließlich hat jeder von uns etwas dazu beigesteuert. Zum Dessert gibt's lecker Mousse au Chocolat, wenn auch (durch die Wärme) in recht cremiger Form. Auch an ausgelassenem Gesprächsstoff fehlt es an diesem lauschigen Uferplätzchen nicht, an dem sich Entenfamilien tummeln. Mancher Schwank aus Jugend- und Studentenzeit wurde zur Erheiterung aller zum Besten gegeben. Gegen 16 Uhr machen wir uns dann langsam zur Rückfahrt bereit. Am Parkplatz angelangt, macht uns Kaj auf ein Holzstück aufmerksam, das einem Krokodil mit geöffnetem Rachen auf verblüffende Weise ähnelt. Natürlich wird dieses „Holz-Krokodil", das auf einem kleinen Felsen thront, in zig Varianten fotografiert.
Die Rückfahrt nach Passau gestaltet sich unter allerlei bunt-humoresken Gesprächen (ähnlich wie bei der Hinfahrt) recht kurzweilig, so dass wir alle ganz erstaunt sind, wie schnell der Tag vergangen ist. Gegen 17.15 Uhr erreichen wir bester Dinge und voller Tageseindrücke das Vereins-Büro in der Leopoldstraße. Jeder von uns hat das Gefühl: Mensch, was war das ein schöner Tag. Dabei hat sich Mitarbeiter Marcel Buschek, der übrigens diesen Bericht verfasst hat, anfangs gegen den Betriebsausflug gewehrt, wollte lieber im Büro verbleiben. Jetzt ist er froh, diesen erlebnisreichen Tag genossen zu haben ...
Fotos: Perdita Wingerter
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