Gemeinsam in Europa
Gemeinsam in Europa

Tagung "Miteinander leben"

Tagung „Miteinander leben – wie ein gutes Zusammenleben von Einheimischen und Zugereisten aus aller Welt vor Ort gelingen kann“

Wo?
Universität Passau, Informatikgebäude Innstraße 33
Wann? 4.11.2017, 10:00 – 18:00 Uhr

Anmeldung online unter: https://www.surveymonkey.de/r/Tagung_Miteinander

  • Ziel der Tagung  

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    Ein gutes Miteinander von Einheimischen und „Zugereisten“ aus aller Welt soll selbstverständlicher Alltag werden. D.h. die Integration von Flüchtlingen und Migranten, die in Stadt und Landkreis Passau leben, soll auf allen wichtigen Ebenen (Sprache, Arbeit, Wohnen, Recht, Kultur, Freizeit, emotionale Zugehörigkeit etc.) verbessert bzw. optimiert werden.

    Doch was ist eigentlich unser gemeinsames Verständnis von einem guten Miteinander?

    Wie können wir die Probleme und Konflikte, die es vor Ort gibt und die das Zusammenleben, aber auch die Integrationsmöglichkeiten erschweren, lösen?

    Wir wollen alle, die vor Ort zu einem besseren Miteinander beitragen können, einladen diese Fragen zu beantworten. Eingeladen sind daher politisch Verantwortliche, Vertreter von Behörden, Bildungs- und sozialen Einrichtungen, lokale Arbeitgeber und Vermieter, Interessensverbände und Kammern, Studierende, Ehrenamtliche und Hochschulgruppen in der Integrations- und Flüchtlingsarbeit, interessierte Bürger und natürlich Migranten und Flüchtlinge selbst.

    Die Organisatoren, die Hochschulgruppe „Gemeinsam in Europa“ der Universität Passau und der gemeinnützige Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ haben eine interaktive und handlungsorientierte Tagung vorbereitet. Mit Hilfe von kreativen Methoden, gut aufbereiteten Problemstellungen und dem Einsatz von professionellen Moderatorinnen wird sichergestellt, dass die Teilnehmer*innen schnell in Kontakt miteinander kommen, kreativ und frei denken, effektiv miteinander reden, Lösungen erarbeiten und gut zusammenzuarbeiten.

    Das erklärte Ziel der Organisatoren ist es, dass

    • konkrete Lösungen für Probleme vor Ort gefunden werden,
    • eine gemeinsame Vision für das Zusammenleben von Einheimischen und „Zugereisten“ entsteht,
    • die bestehenden Unterstützungsangebote noch besser genutzt und aufeinander abgestimmt werden und ggfs. Lücken geschlossen werden,
    • die Kommunikation und Kooperation zwischen allen Akteuren im Haupt- und Ehrenamt verbessert, gestärkt und vertieft wird,
    • die Zusammenarbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen noch besser gelingt und
    • gut Funktionierendes übertragen und von anderen genutzt werden kann.

    Die Ergebnisse, Lösungsvorschläge und Inhalte der Tagung werden zeitnah aufbereitet und dokumentiert.

     

    Themen- und Arbeitsschwerpunkte der Tagung

    • Wohnen (z.B. Schaffung von neuen Wohnraum, Zugang von Migranten und Flüchtlingen zu Wohnraum, Aufklärung über Regeln und Pflichten als Mieter)
    • Arbeit & Berufsausbildung (z.B. Anerkennung von beruflichen Kompetenzen und Abschlüssen, Arbeitssuche und –vermittlung, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz)
    • Aufenthaltsrecht & rechtliche Beratung (aktuelle Rechtssprechung und –praxis, Wissensverbreitung über rechtliche Regelungen und deren Auswirkung, Umgang mit Abschiebungen)
    • Sprache & Bildung (z.B. Deutschspracherwerb, Sprachpraxis, Wissen über und Integration ins Bildungssystem, Fort- und Weiterbildung, Wissensverbreitung über und Vermittlung in bestehende Bildungsangebote und Integrationskurse vor Ort)
    • Begegnung & Kultur (Freizeit- und Begegnungsangebote, interkulturelle Kompetenzen fördern, Aufklärungsarbeit, Integration ins örtliche Vereinsstruktur bzw. Engagement in bzw. der Initiativen)
  • Programm der Tagung

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    9:00 – 10:00 im Foyer

    Ankommen, Registrierung, Kaffee, Infostände
    Sammlung Visionen „Wie wollen wir miteinander leben?“

    10.00 - 10.20 im Plenumssaal

    Begrüßung
    Antonia Kreile und Amjad Abo Huwaij (Hochschulgruppe Gemeinsam in Europa)

    Einführung „Miteinander leben“
    Perdita Wingerter (Geschäftsführerin „Gemeinsam leben & lernen in Europa“

    10.20 – 10:45 im Plenumssaal

    Input Statements & Inspirationen zu

    • „Arbeit und Ausbildung“ - Veronika Nagler (Integrationsberaterin IHK Niederbayern)
    • „Sprache & Bildung“ - Nikolas Kretzschmar (Referat Grundsatzangelegenheiten der Integration, Wertevermittlung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)
    • „Aufenthaltsrecht & rechtliche Beratung“ – Aref Ahmadi (Jurist, Flüchtling aus Afghanistan)
    • „Wohnen“ – Doris Reuschl (Sachgebietsleiterin Wohnungswesen, Regierung von Niederbayern)
    • Kultur & Begegnung – Gülin Tunali (Ernährungswissenschaftlerin, Mitbegründerin der Deutsch-Türkischen Gesellschaft und der Soroptimistinnen Passau)

    10.45 – 11:00 im Plenumssaal

    Vorstellung der Workshops, der Workshop-Leitung und Inhalte

    11:00 – 11:15 im Plenum und Foyer

    Kurze Pause und Aufteilung in die Workshops

    11:15 – 12:30  in den Seminarräumen

    Arbeiten in den thematischen Workshops:

    Workshop „Arbeit und Ausbildung“
    Angela Sedlmaier (Handwerkskammer Niederbayern)

    Workshop „Sprache & Bildung“
    Patrizia Hager (Landkreis Passau)
    unterstützt durch Nikolas Kretzschmar (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

    Workshop „Aufenthaltsrecht & rechtliche Beratung“
    Jakob Schreiner (Wirtschaftsforum Passau)

    Workshop „Wohnen“
    Sylvia Seider (Gesundheitsamt Landkreis Passau)
    Doris Reuschl (Regierung von Niederbayern)
    Martina Koch (Integrationslotsin - Schwerpunkt Wohnen- Caritasverband für die Diözese Passau e.V.)

    Workshop „Kultur & Begegnung“
    Martina Maletzky (Universität Passau)

    12:30 – 13:30 im Foyer

    Mittagspause mit Büffet

    Möglichkeit zu Besuch der Infotische, Austausch und Kontakte

    13.30 – 15.00 in den Seminarräumen

    Weiterarbeit in den thematischen Workshops

    15:00 – 15:30 im Foyer und Plenum

    Kaffepause für die Teilnehmer, Vorbereitung World-Café

    15.30– 17.00 im Plenum

    World-Café „Miteinander leben & Lösungen finden“

    • Präsentation von Lösungsansätzen der einzelnen Gruppen
    • Ergänzungen durch andere Teilnehmer aus dem Plenum

    17.00 – 18.00 im Plenum

    • Gemeinsame Visionen – konkrete Lösungen - zukünftige Zusammenarbeit
    • Zusammenfassung der Ergebnisse
    • Ein motivierender Schluss

     

     

  • Workshop 1 "Arbeit & Ausbildung"

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    Ausbildung und Arbeit sind für die Migranten und Flüchtlinge, die hier leben und bleiben dürfen, der beste Weg in unsere Gesellschaft. Den regionalen Unternehmen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Viele engagieren sich bereits oder überlegen, es zu tun, schließlich herrscht in vielen Bereichen Fachkräftemangel. Aber nicht nur die Betriebe, sondern auch die betroffenen Migranten und Flüchtlinge stehen vor großen Herausforderungen: Die schwierige Anerkennung ihrer beruflichen Abschlüsse und Erfahrungen, unzureichende Sprachkenntnisse, andere Arbeitsbedingungen als in ihren Heimatländern  sowie Diskriminierungen bei der Arbeitssuche bzw. am Arbeitsplatz können ihren Weg ins Arbeitsleben erschweren. Hinzu kommt bei vielen der Druck, schnell Geld verdienen zu müssen, um ihre Familien im Heimatland zu unterstützen. Der Anteil derjenigen, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung ist, ist um ein Dreifaches höher als bei den deutschen Mitbewerbern, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert.

    In diesem Workshop wollen wir daher Lösungen für folgende konkrete Probleme finden:

    • Anerkennung vorhandener Qualifikationen: Wie können die beruflichen Kompetenzen, Abschlüsse und Fähigkeiten der Migranten und Flüchtlinge erfasst und schneller anerkannt werden? Und inwieweit sind diese mit den deutschen Standards vergleichbar? Wer sind hier wichtige Ansprechpartner?
    • Ausbildungsreife und Kompetenzfeststellungsverfahren: Wie können wir Migranten und Flüchtlingen besser und klarer vermitteln, welche Kompetenzen, Fähigkeiten, Abschlüsse und Verhaltensweisen auf dem Arbeitsmarkt erforderlich und gefragt sind? Wie kann man sie dabei unterstützen, herauszufinden, ob sie die notwendige Eignung für bestimmte Berufe mitbringen? Wie vermitteln wir am besten, dass sich die zeitliche Investition in eine Ausbildung, ein Studium etc. lohnt bzw. notwendig ist? Wie informieren wir, welche realistische Möglichkeiten auf dem lokalen Arbeitsmarkt bestehen? Wer sind hier wichtige Ansprechpartner?
    • Zugangsvoraussetzungen zu Ausbildung und Arbeit: Wer darf unter welchen Rahmenbedingungen arbeiten, eine Ausbildung machen bzw. studieren? Und wie kann man dieses Wissen? Wer sind wichtige Ansprechpartner?
    • Unterstützungssysteme: Welche Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten gibt es für Migranten und Flüchtlinge, berufsbezogenes Vokabular und notwendiges Fachwissen zu lernen, wenn sie damit in der Berufsschule oder im Betrieb Schwierigkeiten haben? Wie können auch Betriebe sowie Haupt- und Ehrenamtliche in der beruflichen Integrationshilfe bedarfsgerecht unterstützt werden?

    Moderation:

    Angela Sedlmayr (Handwerkskammer Niederbayern, Ausbildungsakquisiteurin spezialisiert auf die Zielgruppe Flüchtlinge und Asylbewerber)

     

    Zielgruppe des Workshops:

    Regionale Betriebe, Vertreter*innen von Kammern, Arbeitsagentur, Jobcenter, Institutionen der beruflichen Bildung, Haupt- und Ehrenamtliche in der beruflichen Integration, Migranten und Flüchtlinge

  • Workshop 2 "Sprache & Bildung"

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    Bildung ist der Schlüssel zu Integration und das Erlernen der deutschen Sprache ist die zentrale Grundlage dafür. Der Zugang zu Bildung, Ausbildung, Erwerbstätigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe wird maßgeblich gesteuert durch Sprachkompetenz. Während Kinder in KiTa und Schule noch vergleichsweise schnell lernen, so fällt Erwachsenen dies mit zunehmendem Alter immer schwerer. Deshalb braucht es Gelegenheiten, um die Sprache im Kontakt mit Deutschen anzuwenden und zu üben. Durch das Kommunizieren in konkreten Alltagssituationen erschließt sich Stück für Stück die Sprache der neuen Heimat.

    Neben der fehlenden Sprachkompetenz bestehen vor allem bei Menschen mit Fluchthintergrund auch große Defizite in anderen Fächern. Mitunter hatten sie im Heimatland kaum oder gar keinen Zugang zu Schule und Ausbildung. Sie müssen deshalb neben einer neuen Sprache auch grundlegende Bildungsinhalte erlernen, oft noch weit über das Grundschulalter hinaus oder im Erwachsenenalter.

    Generell ist das Risiko, die Schule ohne Abschluss zu verlassen, für Kinder mit Migrationshintergrund deutlich höher als für deutsche Kinder und auch der Zugang zu weiterführenden Schulen bleibt ihnen häufiger verwehrt. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Hier kommt der Elternarbeit und Elterninformation eine zentrale Rolle zu: Neben der eigenen Sprachkompetenz fehlen Eltern mit Migrationshintergrund (und hier insbesondere den Müttern) häufig Kenntnisse über das deutsche Bildungssystem. Somit ist es für sie schwer oder ganz unmöglich, ihre Kinder zu unterstützen und sie haben Berührungsängste gegenüber Lehrkräften bzw. Schulverantwortlichen. Je früher eine intensive Elternbegleitung in KiTa und Schule eingesetzt wird, umso erfolgreicher können Eltern ihre Kinder auf dem Weg durch Schule und Ausbildung begleiten.

    In diesem Workshop wollen wir Lösungen für folgende konkrete Probleme finden:
    Wie informieren wir über die Vielfalt und Qualität der Sprachkursangebote und über die Zugangsvoraussetzungen für die Teilnahme an verschiedenen Kursniveaus?

    • Wie kann die Abstimmung von haupt- und ehrenamtlichen Sprachkursangeboten besser funktionieren?
    • Welche Angebote für Nachhilfe und Lernförderung gibt und braucht es?
    • Wie können Eltern früh in den Bildungsprozess der Kinder eingebunden werden?
    • Welche Angebote zur Information über das deutsche Schul-, Ausbildungs- und Hochschulsystem gibt und braucht es?
    • Welche Angebote zum Deutschlernen an verschiedenen Schularten gibt und braucht es?
    • Wie kann ein „Sprachmittler-Pool“ in der Region und darüber hinaus aufgebaut und genutzt werden?
    • Welche Frauensprachkurse mit Kinderbetreuung gibt es bzw. können geschaffen werden?
    • Wie können Migrant*innen als „Brückenbauer“ im Bildungsprozess eingebunden werden, z.B. als Elternbegleiter*innen in KiTas und Schulen?

    Moderation:

    Partizia Hager (Bildungskoordinatorin)

     

    Zielgruppe des Workshops:

    Schulen, Kindergärten, Anbieter von Sprachförderungskursen und -projekten, Bildungseinrichtungen, Haupt- und Ehrenamtlich in der Integrationsarbeit, Migranten und Flüchtlinge

     

  • Workshop 3 "Aufenthalt & rechtliche Beratung"

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    Schon bei ihrer Einreise werden die Teilhabemöglichkeiten von geflüchteten und eingewanderten Menschen festgelegt: ihr Rechtsstatus ist eng gekoppelt mit bestimmten Rechten und bestimmt den Zugang bzw. den Ausschluss zu bestimmten Förderungen. Das hat Auswirkungen auf die Aufenthaltsbedingungen, die Lebenssituation, die Teilhabechancen und den gesamten Lebensverlauf. D.h. ob jemand einen Sprach- oder Integrationskurs besuchen oder arbeiten kann, hängt von Aufenthaltsstatus ab. Wenn sie keine EU-Bürger sind, stehen die geflüchteten und eingewanderten Menschen vor großen Herausforderungen: sie müssen sich durch ein komplexes und schwer verständliches bürokratisches System der Asyl- oder/und Anerkennungsverfahren navigieren, Dokumente – zum Teil aus Kriegsregionen- besorgen, übersetzen und anerkennen lassen, komplizierte juristische Texte und Entscheidungen verstehen, sich über die Rechtswege informieren und ggfs. Beschwerde einlegen. Professionelle und ehrenamtliche Helfer, die sie bei dem Prozess unterstützen wollen, sind häufig ebenfalls überfordert. D.h. Expertenwissen und rechtliche Beratung vor Ort sind notwendig, aber häufig nicht im ausreichenden Maße vorhanden.

    In diesem Workshop wollen wir Lösungen für folgende konkrete Probleme finden:

    • Woher bekommen wir in einfacher Sprache die Informationen dazu,
      • Wer darf wann wie lange hier bleiben?
      • Unter welchen Voraussetzungen darf jemand hier bleiben, arbeiten bzw. Integrationsleistungen in Anspruch nehmen?
    • Wie kann man verhindern, dass rechtliche Reglungen uneindeutig sind bzw. unterschiedlich interpretiert bzw. gehandhabt werden?
    • Wer bietet hier vor Ort rechtliche Beratung an in welchen Rechtsgebieten an? Wie kann dies besser verbreitet werden? Und wie können „Versorgungslücken“ geschlossen werden?
    • Wie kann man Migranten und Flüchtlinge besser und in einfacher Sprache über wichtige rechtliche Grundlagen und Regelungen aufklären?
    • Welche Unterstützungs- und Förderangebote gibt es für Menschen, die keine oder geringe Bleibeperspektive haben? bzw. Welche Angebote müssten oder könnten neu geschaffen werden?
    • Wie kann mit der Angst vor Abschiebung und den damit verbundenen Problemen umgegangen werden? D.h. welche Unterstützung- und Hilfsangebote gibt es für die Betroffenen als auch für Arbeitgeber oder Haupt- und Ehrenamtliche, die sie betreuen? Welche Angebote müssten bzw. könnten geschaffen werden?

    Moderation:

    Jakob Schreiner (Wirtschaftsforum der Region Passau e.V.)

    Zielgruppe des Workshops

    Vertreter*innen von entsprechenden Verwaltungsbehörden (z.B. Ausländeramt, BAMF, Jobcenter, Arbeitsagentur), Haupt- und Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit, Arbeitgeber, Rechtsanwälte, Migranten und Flüchtlinge

  • Workshop 4 "Wohnen"

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    Die Wohnungssuche bzw. die Bereitstellung von Wohnraum in Stadt und Landkreis Passau ist für alle als große Herausforderung.  Besonders in einer studentischen Stadt wie Passau sind bezahlbare Wohnungen rar gesät und teuer. Auch im Landkreis Passau ist es nicht immer leicht, passende Wohnung zu finden, gerade wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, um zur Arbeit, zum Sprachkurs, zu den Beratungsstellen oder zu sonstigen Angeboten zu kommen. In manchen Orten ist die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel extrem schlecht. Insgesamt ist die Nachfrage so groß, dass neuer Wohnraum geschaffen werden muss. Angesichts der hohen Nachfrage nach Wohnraum hat die Staatsregierung im Oktober 2015 den „Wohnungspakt Bayern“ initiiert. Für ein staatliches Sofortprogramm, ein kommunales Förderprogramm und die staatliche Wohnraumförderung stellt sie bis 2019 insgesamt 2,6 Milliarden Euro bereit. Doch diese Fördermöglichkeiten sind nicht allen bekannt.

    Für Migranten und Flüchtlinge stellt sich die Situation der Wohnungssuche noch einmal dramatischer dar: neben dem allgemeinen Mangel an Wohnraum, müssen sie erst in Erfahrung bringen, wie Wohnungssuche hier vor Ort abläuft und welche Unterstützungs- und Förderungsmöglichkeiten es gibt. Häufig erleben sie auch, dass Vermieter nicht an Menschen anderer Herkunft vermieten wollen. Und wenn sie es geschafft haben, eine Wohnung zu finden, muss diese erst noch eingerichtet werden. Dann folgen häufig Schwierigkeiten mit dem Vermietern oder den Nachbarn: unterschiedliche Vorstellungen zu Themen wie Mülltrennung, Lärm, Hausregeln, aber auch Rassismus-Erfahrungen auf Seiten der Migranten und Flüchtlinge erschweren das friedliche Miteinander.

    In diesem Workshop wollen wir daher Lösungen für folgende konkrete Probleme finden:

    • Welche Fördermöglichkeiten gibt es, um neuen Wohnraum zu schaffen?
    • Wie kann man die Wohnungsvermittlung für Migranten und Flüchtlinge in der Region verbessern?
    • Wie kann man die Vorbehalte der Vermieter reduzieren?
    • Welche Möglichkeiten der (günstigen) Möbelbeschaffung gibt es vor Ort? Wie kann man Möbelspenden organisieren?
    • Wie kann man Flüchtlingen und Migranten alltägliche Standards (z.B. Mülltrennung) und unausgesprochene Regeln des Zusammenlebens vermitteln bzw. auf beiden Seiten das Verständnis füreinander fördern?

     

    Moderation:

    Für den Gesamtworkshop: Sylvia Seider (Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung und Prävention, Gesundheitsamt Passau)

    Für die Untergruppe: „Schaffung von neuen Wohnraum“: Doris Reuschl (Sachgebietsleiterin Wohnungswesen bei der Regierung von Niederbayern)

    Außerdem mit dabei: Martina Koch  (Integrationslotsin mit Schwerpunkt Wohnen der Caritasverband für die Diözese Passau e.V.) als Ansprechpartnerin zum Thema Wohnen im Landkreis für Mieter, Vermieter und Ehrenamtliche

    Zielgruppe des Workshops:

    Staatliche Förderstellen für Wohnungsbau, Kommunen, Verantwortliche des Kreis- und Wohnungsbaus, Bauherren, Vermieter, Immobilienmakler, Beratungsstellen, Haupt- und Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit, Migranten und Flüchtlinge

  • Workshop 5 "Kultur & Begegnung"

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    Kultur prägt. Kultur lernen wir nicht bewusst, sondern nehmen wir durch unsere Erziehung und unseren Kulturkreis an. Die Kultur unseres Heimatlandes beeinflusst wie wir denken, handeln, Entscheidungen treffen und unsere Umgebung wahrnehmen. Auch wenn wir nicht darüber nachdenken oder sprechen: wir blicken durch unsere „kulturelle Brille“ auf die Welt und erwarten vom Gegenüber eine ähnliche Sicht auf die Welt - auch wenn dieser aus einemanderen Kulturraum stammt. So entstehen Missverständnisse, Vorbehalte, Vorurteile und Stereotypen - obwohl „die anderen“ nicht persönlich kennen. Im schlimmsten Fall führen diese Vorbehalte zu Ängsten bis hin zu Aggressionen. Menschen werden oft aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert oder sind mit rassistischen Sprüchen bis hin zu Übergriffen ausgesetzt.

    Daher ist es umso wichtiger, dass sich Menschen direkt begegnen, miteinander sprechen, sich austauschen, damit beide Seiten aus den Unterschieden lernen können und Vorbehalte, Ängste, Fehlinformationen, Stereotype abgebaut werden. Das Alltägliche Miteinander sollte selbstverständlicher Alltag werden. Das passiert jedoch meist nicht automatisch, sondern dafür müssen Anlässe der Begegnung organisiert werden. 

    In diesem Workshop wollen wir Lösungen für folgende konkrete Probleme finden:

    • Wie können kulturelle Vorurteile und Vorbehalten (z.B. gegenüber dem Islam) sowie Stereotypen (z.B. Alle Deutschen sind pünktlich) abgebaut werden?
    • Wie kann interkulturelle Kompetenz vermittelt werden? Und wer kann dabei unterstützen?
    • Welche interkulturellen Angebote und Begegnungsmöglichkeiten gibt es überhaupt in Stadt und Landkreis Passau? Wie können wir diese besser kommunizieren und verbreiten? Wie kann es gelingen, dass diese besser in Anspruch genommen werden  - v. a. auch von Menschen, die dies bisher nicht taten (z.B. aus Angst, Unwissen, Skepsis, Vorbehalten etc.).
    • Welche neuen Formen und Angebote der Begegnung braucht es, damit das Miteinander besser funktioniert?
    • Welche speziellen Angebote oder Formate braucht es, damit auch Frauen mit Kindern bzw. Berufstätige an diesen Angeboten teilnehmen können?

     

    Moderation:

    Martina Maletzky (Lehrstuhl für interkulturelle Kommunikation)

    Zielgruppe des Workshops:

    Kulturelle Organisationen und Kulturvereine, Jugend- und Seniorenzentren, Begegnungsstätten, Nachbarschaftshilfen, Kindergärten, Schulen, Universität, Kommunen, Haupt- und Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit, Flüchtlinge und Migranten,

  • Förderer und Unterstützer

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    Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen

    Ohne das große Engagement von Ehrenamtlichen wäre diese Tagung nicht zu realisieren. Nur durch ihre Zeit- und Wissenspenden können wir die Tagung überhaupt stemmen. Hunderte von Stunden an Arbeit stecken in den Vorbereitungen. Wir danken:
    für die Konzeption, die inhaltliche und praktische Umsetzung:
    Perdita Wingerter, Antonia Kreile, Amjad Abo Huwaij, Michelle Morgenstern, Yasemin Körpe, Maren Lorenzen-Fischer, Franz Szabo, Isabella Kremer

    Förderer

    Die Unkosten für die Tagung kann der Verein "Gemeinsam leben & lernen in Europa" über sein Projekt "Gemeinschaftsraum" finanzieren. Die 1.000 Euro, die dafür zur Verfügung stehen, werden vom Bayerischen Sozialministerium über das Programm "Miteinander leben - Ehrenamt verbindet" finanziert. Das Programm wird von der Lagfa Bayern koordiniert wird.

    Auch kann der Verein die Recherchen, Arbeitsergebnisse und Ressourcen aus seinem EU-Projekt "ReInclusion" nutzen, da dieses Projekt sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hat, die berufliche und soziale Integration von Flüchtlingen zu fördern. Das Projekt würde aus dem Programm Erasmus+ gefördert.

    Durch die Kooperation mit der Hochschulgruppe "Gemeinsam in Europa" ist es  uns möglich, die Räumlichkeiten der Universität Passau zu nutzen.

    Unterstützer und Kooperationspartner

    Mit ihrem Wissen, Know-How und in Form von Bereitstellung von Fachpersonal unterstützen uns:

    - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
    - die Regierung von Niederbayern
    - der Landkreis Passau
    - die Handwerkskammer Niederbayern; die Stelle von Angela Sedlmaier wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration im Rahmen des Arbeitsmarktfonds gefördert.
    - die IHK Niederbayern
    - die Universität Passau
     

    Das Referenten und Moderatoren-Team:

    Veronika Nagler
    Nikolas Kretzschmar
    Aref Ahmadi
    Doris Reuschl
    Gülin Tunali
    Angela Sedlmaier
    Patrizia Hager
    Jakob Schreiner
    Sylvia Seider
    Martina Maletzky